Würzburgs erstes Drone-Meet-Up

Emqopter GmbH, war mit ihren für die Industrie entwickelten Drohnen schon für den Würzburger Startup-Preis nominiert. Jetzt haben sie das erste Drone-Meet-Up der Region ins Leben gerufen – mit vollem Erfolg!

Ein ganzer Tag rund um die unbemannte Luftfahrt

Am 18. April kamen etwa 60 Drohnen-Aficionados aus ganz Deutschland (we’re talking Hamburg, Berlin und sogar Kiel!) im TGZ Würzburg zusammen, um einen ganzen Tag nur dem einen Thema zu widmen. Allein diese Zahl führt die Aktualität und die Bandbreite des Industriezweiges Augen.

„Die Branche ist vergleichbar mit der Automobilindustrie im frühen 20. Jahrhundert.“

Marvin Bihl, Geschäftsführer Emqopter

Beim Meet-Up, das eigentlich mehr eine komplett organisierte Konferenz im TGZ Würzburg war (das Programm könnt ihr hier nachlesen), machten begeisterte Privatleute den kleinsten Anteil aus. Die Majorität der Anwesenden waren Hersteller, Entwickler, Vertreter von Hochschulen und weiterführenden Schulen sowie Anwender aus der Industrie.

Der Geist des Aufbruchs in eine neue Ära der industriell und gewerblich genutzten Luftfahrt lag in der Luft, so waren denn auch illustre VertreterInnen aus den genannten Bereichen gerne bereit, als Speaker teilzunehmen. Auf die Frage hin, wer denn besonders erwähnenswert sei, konnte Marvin sich (verständlicherweise) nicht entscheiden, daher nennen wir an dieser Stelle Anna-Lisa Mautes von Boeing Global Services die zum Thema „Unterstützung des kommerziellen BVLOS Betriebs am Beispiel des Transports von Hauspost“ referierte oder Michael Wieland, Leiter des größten Verbandes des unbemannten Luftfahrt im deutschsprachigen Raum, UAV-DACH, über „Ausblick auf die zukünftige EU-Regulierung für UAV/AUS“.

Flugshow mit Goodies

Um 8:30 Uhr morgens gab’s den ersten Kaffee beim Check-In, die Bestellungen an die Lieferdrohne wurden aufgegeben (gleich mehr dazu) und rund zehn (!) Stunden später war der Tag der Drohnen vorüber. Den reibungslosen Ablauf konnte das Start-up Emqopter nur durch straffe und zeitintensive Organisation schon lange im Vorfeld garantieren. Die Szene hat es ihnen gedankt:

„Es war super und hat sicherlich Wiederholungsbedarf! Die Vorträge hatten alle eine hohe Qualität, so auch die Fragen aus dem Publikum. Die Besucher waren sehr interessiert und wir haben nur positives Feedback erhalten.“
Marvin Bihl

Ganze 13 Vorträge inklusive einer Führung über das hiesige Drohnentestfeld und drei Workshops (alle durchgeführt von Emqopter) erwarteten die Gäste. Dazu gab es ein Ausstellungareal unten im TGZ, wo gerade die Hochschulen ihre Forschungen präsentierten. Die Workshops fanden Platz im 4. Stock.

Am Nachmittag gab es eine Flugvorführung der Lieferdrohne – das Flagship von Emqopter – auf dem erwähnten Drohnentestfeld Campus Nord. Glücklicherweise liegt dieses genau neben den Büro- und Seminarräumen im TGZ; perfekt für Start-ups, die sprichwörtlich ein weites Feld bearbeiten.
Schokoeier, Hörnchen, Süßigkeiten – das Emqopter-Team hatte im Vorfeld eine App konfiguriert, mit der die am Morgen aufgegebenen Bestellungen nun ihren Besitzern von der Lieferdrohne überbracht wurden. Das Meet-Up wurde also zum Abschluss noch nochmals allen „versüßt“.

Prompte Lieferung – effizient und umweltfreundlich

Die Lieferdrohne von Emqopter ist mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Angst vor Unfällen und Abstürzen brauche bei ihr niemand zu haben, wie Emqopter selbst schreibt. Bereits in einem dreimonatigen Projektbetrieb kam die Lieferdrohne im vergangenen Jahr zwischen zwei Industriewerken in Bad Neustadt zum Einsatz. Über 90 dokumentierte autonome Flüge im urbanen, nicht geregelten Luftraum verliefen dabei ohne Zwischenfälle oder Störungen. Ihre Zuverlässigkeit und ihren praktischen Nutzen hat die Lieferdrohne also bereits unter Beweis gestellt, denn die effizienteste und umweltfreundlichste Form der Elektromobilität kommt durch die Luft.

Systeme wie die Lieferdrohne werden nämlich mit Hilfe von bürstenlosen Motoren rein elektrisch betrieben. Die dafür benötigte Energie stellen Lithium-Polymer-Batterien bereit. Diese Technologie ist vergleichbar mit der beim Elektroauto – nur deutlich effizienter.
Wer sich die Lieferdrohne jetzt mal in action ansehen will, klickt am besten auf das Video:

Emqopters Motivation für ein Drone-Meet-Up

Drohnen sind mehr als ein witziges Hobby, das dürfte uns allen bis jetzt schon klar geworden sein. Die Technologie dahinter ist ein Meilenstein der Industry 4.0. Drone-Meet-Ups gibt es schon in anderen Städten, die Region Mainfranken kam allerdings bislang nicht in den Genuss einer solchen Zusammenkunft; ein Pferdefuß für das Emqopter-Team, das immer weite Wege auf sich nehmen musste, um zu derartigen Veranstaltungen zu gelangen.

„Wir wollen zeigen, dass es auch in Würzburg eine angeregte Szene gibt und dass man nicht immer nach Berlin oder sehr weit wegfahren muss.“

Marvin Bihl

Das ist ihnen definitiv gelungen: Eine überregionale Zusammenkunft von Drohnen-Begeisterten, SpezialistInnen, Interessierten aus Wissenschaft, Wirtschaft Industrie und Hobby in den Ausmaßen einer Drohnen-Konferenz im TGZ Würzburg zusammenzubringen ist in dieser Form neu. Es zeigt, dass die Drohnenszene in Würzburg international zur Spitze zählt
Der Mehrwert für alle ist klar: Austausch, Informationsgewinnung, Networking.

Daher wird es am 7. Mai ein weiteres Drohnen-Event geben: Drohnentechnologie in der Anwendung – Möglichkeiten und Grenzen für den Mittelstand, veranstaltet von der IHK Würzburg-Schweinfurt.

Liebes Emqopter-Team, wir gratulieren zu dieser gelungenen Veranstaltung!

Porträt Emqopter

Emqopter ist eine junges Start Up, das sich 2016 aus dem Lehrstuhl für Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt an der JMU Würzburg ausgegründet hat. Dort hatte sich das Entwicklerteam rund um Gründer Dr. Nils Gageik bereits seit 2010 im Rahmen des Projektes AQopterI8 mit autonomer Drohnentechnologie befasst. Seitdem das Unternehmen wirtschaftlich selbstständig agiert, hat man sich auf unbemannte Flugroboter in komplexen industriellen Anwendungen spezialisiert. Dabei liegt die Kernkompetenz in der präzisen Umgebungswahrnehmung, effizienten Signalverarbeitung und zuverlässigen Flugsteuerung. Das innovative Produktportfolio des Emqopter-Teams reicht von Lehr- und Entwicklungssystemen für Universitäten und weiterführende Schulen, über Sensormodule zur Kollisionsvermeidung, aktiven Abstandsregelung oder autonomen Landeplatzdetektion für professionelle Drohnenanwender, bis hin zu kompletten unbemannten Flugsystemen, wie beispielsweise der ersten vollautonomen Lieferdrohne oder dem Quanipulator, einer Drohne mit modularem Greifarm.

Copyright der Bilder: Titelbild: Paul Benz | übrige: Felix Blank

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Rebecca Hümmer
Rebecca Hümmer betreibt seit 2015 die Agentur hümmer kommunikation in Würzburg. So kann sie sich selbst gut in alle Themen rund um das Gründen hineinfinden und darf regelmäßig hier auf Gründen@Würzburg bloggen.
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