E-Auto zuhause laden, Ladestation, Wallbox für Zuhause

Lokale Ausrichtung, globaler Impact

HEIMLADEN – hört sich kuschelig an, ist aber ein blitzgescheites Start-up aus Würzburg, frisch gegründet im November 2020. Nicht DER Laden steht dabei im Vordergrund, sondern DAS Laden. Konkret das Laden von Elektrofahrzeugen Zuhause in Mainfranken.

Green Idea

Max Wojtynia hat sich schon länger als Fachmann auf dem Gebiet des elektrischen Fahrens positioniert und hatte im Sommer die zündende Idee für die Gründung. Mit seinen Co-Foundern Suse Spanheimer und Philip Haverkamp hat er sie weiterentwickelt und zu Ende gedacht. Herausgekommen ist ein Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung unserer Region, ein Green Startup; definiert vom Green Startup Monitor wie folgt: „weil sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen einen konkreten Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten“ (Green Startup-Monitor, S. 7).

Max stand einst selbst vor dem Problem:

„Wir wohnen in einem Mehrparteienhaus und haben zwei Elektroautos, die wir zuhause laden wollten. Nur wie kriegen wir unsere eigene Ladestation dort unter und was muss dafür alles unternommen werden?“

Max Wojtynia

Deswegen war er bereits vertraut mit den Schwierigkeiten, die sich dabei ergeben und bietet nun eine Lösung für diese Herausforderung an.

Green Fuel

Verlängerungskabel und los! Das war unser erster Gedanke, als wir uns vorstellten, wie wir ein E-Auto Zuhause laden würden. Und wir lagen gar nicht so falsch, allerdings ist das Laden so nicht nur sehr langsam, sondern auch gefährlich, weil eine reguläre Steckdose dafür nicht gemacht ist und brennen kann.

Im Prinzip zapft man auch mit einer privaten Ladestation, einer sog. Wallbox, den Strom des Hauses an, in dem man wohnt. Tun das viele Autos gleichzeitig, laden alle weniger schnell. Es muss also in der Elektroplanung sichergestellt werden, dass dann trotzdem alle noch Saft bekommen – möglichst gleich viel und nicht unter einer Ladegeschwindigkeit von 170km Reichweite pro Stunde (entspricht dem Laden an einer normalen Steckdose).

Für Eigenheimler oder Häuslebauer unerheblich, für all jene aus Mehrparteienhäusern umso wichtiger: Die Erlaubnis der Eigentümerinnen und Eigentümer einholen, wofür seit Kurzem nur noch 50 Prozent der anderen Hausparteien ihr Okay geben müssen. Ist das geschehen, muss noch pro Anschluss ein Stellplatz vorhanden sein, ein Elektrokonzept muss her und schon können Elektrofachleute die Wallbox anschließen. Klingt nach viel Stress und Eigeninitiative; und hier setzt HEIMLADEN an.

Green Strategy

Mit ihrem Start-up bieten Max, Suse und Philip eine Rundum-Lösung an, denn sie übernehmen gleich dort, wo es an die anfängliche Abstimmung mit der Hausverwaltung geht und sind dann fertig, wenn das Auto am Kabel hängt. Mittlerweile haben sie schon ein Netzwerk mit lokalen Elektrikern aufgebaut und sind dabei, eine Zusammenarbeit mit der WVV zu definieren.

„Der Markt ist bereits groß und wächst noch mehr.“

Max Wojtynia

Max erwähnt das Ziel der Bundesrepublik, laut derer bis 2030 bis zu 10 Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein sollen. Durch KfW-Förderung für Wallboxen und das übrige Zutun der Politik soll das möglich gemacht werden, denn bspw. ist es ab nächstem Frühjahr Pflicht, Ladestationen in Neubauten vorzubereiten, was Bauträger bis jetzt nur sporadisch einplanen.

Die BRD möchte mit einem Paket aus Förderung der Elektromobilität, Stärkung der Bahn und einer CO²-Bepreisung einen klimafreundlichen Verkehr gewährleisten.

„Sie haben systematisch versucht, mir die Idee kaputt zureden“

Max Wojtynia

Feedback holt sich Max u. a. bei den Gründerzentren. Begeistert ist er von einer Veranstaltung im ZDI Mainfranken (Kill your Darling), in der Teams gebildet wurden, die systematisch versucht haben, in den Ideen der anderen Fehler aufzudecken. Das hätte ihm sehr geholfen, HEIMLADEN noch „spitzer zu positionieren“ und Unzulänglichkeiten auszumerzen, die man mit dem Blick von Innen übersieht. Wir können uns auch freudig darauf gefasst machen, dass HEIMLADEN beim nächsten Startup-Preis antreten möchte. Das Team fand es sehr schade, dass sie dieses Jahr noch zu frisch waren, um sich bewerben zu können.

USP: lokal und individuell

Mit einer großen Bandbreite an Vermarktungsformen vom klassischen Postmailing mit Flyer und Pralinen (die Zielgruppe ‚Hausverwaltung‘ schätzt Max recht traditionell ein) bis zum digitalen Anfragetool auf der Website bedienen sie so viele Interessenten, wie eben möglich, bleiben aber zunächst bescheiden:

„Wir wollen organisch wachsen und unseren Radius peux à peux über Mainfranken hinaus vergrößern. Erst wenn wir weiterreichende Netzwerke mit Elektrofachleuten haben und die Kapazitäten haben, selbst vor Ort zu sein, machen wir das.“

Max Wojtynia

Dazu wird, sobald es geht, das Team vergrößert um Vertriebler und Elektroplaner.

Im Moment ist erst ein Unternehmenszweig, HEIMLADEN multi, super angelaufen. HEIMLADEN solo für vielbeschäftigte Hauseigentümerinnen und -eigentümer kommt 2021.

Wir sind gespannt und drücken die Daumen!

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Rebecca Hümmer
Rebecca Hümmer betreibt seit 2015 die Agentur hümmer kommunikation in Würzburg. So kann sie sich selbst gut in alle Themen rund um das Gründen hineinfinden und darf regelmäßig hier auf Gründen@Würzburg bloggen.
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