va-Q-tec AG. #erfolgsstory

Innovative Ideen haben, offen sein für Feedback, nicht aufgeben – so wird man zum weltweit agierenden Unternehmen in Würzburg. Hört sich einfach an, gründet aber auf einer bald 20-jährigen Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. Deswegen machen wir mit va-Q-tec den Anfang unserer neuen Reihe #Erfolgsstory.

Harvard in einem Jahr

Jederzeit würde er andere zum Gründen ermutigen, so Dr. Joachim Kuhn, CEO der va-Q-tec AG. Man solle allerdings gleich in Erfahrung bringen, ob die Idee Hand und Fuß hat.

„Es gibt keine dummen Fragen, wenn es um die Gründung geht! Holt am Anfang Feedback ein, neben der Idee und einer Kapitalspritze ist DAS das Wichtigste!“

Joachim Kuhn

Gründen war für ihn eine tolle Erfahrung, wenn auch so manches Start-up im ersten Jahr so viel neues Wissen anhäufe, wie wahrscheinlich in einem ganzen Harvard-Studium vermittelt werde, lacht Joachim Kuhn. Er wurde damals vom TGZ und der Uni begleitet, die ihm gerade bei der Investoren-Suche sehr unter die Arme greifen konnten.

Als Business Angel gibt er das heute an junge Unternehmer*innen zurück, von denen er schon einige „ge-angelt“ hat. (Anm. d. Red.: Denkt euch den Ausdruck auf Englisch und ihr habt, genauso wie wir, ein neues Wort gelernt. 😊 )

Dr. Joachim Kuhn, CEO va-Q-tec

Boxen für den Kampf gegen Corona

Zuletzt beweist es der unlängst vorgestellte Geschäftsbericht 2019: va-Q-tec steht gut da mit einer Umsatzsteigerung um 28 Prozent im letzten Jahr und der Verdreifachung bestimmter Gewinnkennzahlen. https://va-q-tec.com/news/va-q-tec-plant-auch-fuer-2020-mit-profitablem-wachstum/
Um 2020 muss sich die Firma also keine Sorgen machen. Sogar in der Corona-Krise, die ja vielen Unternehmen wirtschaftlich extrem zusetzt, sieht CEO Dr. Joachim Kuhn eine Chance:

„Für internationale Pharmafirmen sind wir ein essentieller Player.“

Joachim Kuhn

Das ist auf das ausgefeilte und hocheffiziente Produktportfolio zurückzuführen, das sich in zwei Geschäftsfelder teilt (beide setzen auf die Technik mit Vakuumieren – daher va-Q-tec!): Zum einen geht es um hocheffiziente Wärmedämmungskanäle, die u. a. in Bau und Industrie Verwendung finden. Zum anderen um „passive thermische Verpackungssysteme“, Boxen und Container, die Temperaturen für sehr lange Zeit konstant warm oder kalt halten können.

Genau diese Boxen und Container sind es, die Teil der internationalen Medikamentenversorgung werden und sind. Setkits für klinische Studien werden bei Minus 20 Grad um die Welt geschickt. In der Testphase der Impfstoffe für Corona z. B. eröffnet das unersetzbare Möglichkeiten.

„Gerade in der klinischen Phase sind unsere Boxen nicht wegzudenken.“

Joachim Kuhn

Singapur-Test

Bleiben wir beim Beispiel der Medikamente, um eine Vorstellung davon zu bekommen, worum es bei va-Q-tec geht. Wichtige, teilweise lebensrettende Pharmaka legen weite Strecken in den Boxen von va-Q-tec zurück. Das kann länger als fünf Tage dauern. Die Temperatur im Inneren muss (!) stabil bleiben und zwar egal, wie die Außentemperatur ist; ob in der Sahara oder in Sibirien. (Die Sahara sei übrigens noch einfach zu handeln, da es dort zumindest trocken ist, verrät uns Joachim Kuhn). Deswegen werden alle Produkte dem (intern sogenannten) „Singapur-Test“ unterzogen: Die Luftfeuchte dort ist ungemein hoch; Boxen und Container werden nach Singapur verfrachtet, dort eine Woche „herumgefahren“ und wieder nach Deutschland gebracht. Hielt das Produkt dem Prozedere stand, hat es den härtesten va-Q-tec-Test überstanden und kann in die Produktion gehen.

Vielleicht seid ihr schon öfter an den riesigen Gebäuden vorbeigefahren, die man an der B27 zwischen Würzburg und Veitshöchheim so wunderbar bestaunen kann. Jetzt wisst ihr, wozu sie gut sind.

Doch auch va-Q-tec hat einst klein angefangen: als Ausgründung aus der Uni Würzburg. Das und mehr verrät uns Joachim Kuhn bei der Beantwortung der sechs Erfolgsfragen.

1 Erfolgsstory, 6 Fragen

Dein Tipp, den kein Start-up im Gründungsprozess vernachlässigen darf

Da ist sich der CEO sicher: Er rät zum positiven Denken. Von Rückschlägen solle man sich nicht entmutigen lassen.

„Brenne für eine Idee, setze sie um, bleib‘ dran!“

Joachim Kuhn

Wie bist du auf deine Geschäftsidee gekommen?

Joachim Kuhn hat an der Universität Würzburg und am ZAE Bayern an Dämmstoffen geforscht, auch an Vakuum-Dämmstoffen, bis er 2001 für sich postuliert hat: „Jetzt geht’s los!“

Anfangs drehte sich die Geschäftsidee rein um Paneele bis der Schwenk zu den Boxen und Containern kam.

„Das hat bis kurz vor der Pleite gedauert.“

Joachim Kuhn

Oder in anderen Worten: etwa drei Jahre und die „Erfolgstour“ ging richtig los.

Erstaunlich ist, dass Joachim Kuhn die Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb (damals noch nicht „Nordbayern“) als wichtigen Katalysator empfand. Für alle drei Stufen des Wettbewerbs hat sich va-Q-tec qualifiziert; „ohne einen Blumentopf zu gewinnen“. Der riesige Benefit war das bloße Durchlaufen des Prozesses: Businessplan richtig schreiben, Feedback bekommen, mit Investoren reden.

„Ohne diesen Wettbwerb gäbe es uns heute nicht.“

Joachim Kuhn

Dass va-Q-tec gleichermaßen den Hochschul-Gründer-Preis gewonnen hat, wollen wir an dieser Stelle als Sidekick-Superlativ noch draufsetzen.

Deine ersten drei Schritte als Gründer

„Vision – Plan – Umsetzung“

Joachim Kuhn

Klingt wie aus dem Lehrbuch und steht dort wohl auch mit einiger Berechtigung. Passioniert erklärt Joachim Kuhn, dass „Umsetzen“ einfach alles bedeutet: Ein Produkt muss umgesetzt werden, der gute Service für die Kundschaft, der Bau einer Fabrik, der Vertriebsanruf … Aber ohne Plan und Vision funktioniere für ihn auch keine Umsetzung.

„Mit allem Drum und Dran abliefern“

Joachim Kuhn

Das brachte und bringt für va-Q-tec Glaubwürdigkeit und baut Vertrauen auf.

Gab es ein Fuckup?

Anm. d. Red.: Wir entschuldigen uns an dieser Stelle, denn wir haben die falsche Frage gestellt. 😉

„Die Frage ist, ob es 100 oder 200 Fuckups gab – also nein!“

Joachim Kuhn (lacht)

Wo ist va-Q-teq in fünf Jahren?

Wir wissen aus dem Geschäftsbericht, dass va-Q-tec 2019 65 Mio. Euro Umsatz eingefahren hat. Das ursprüngliche Unternehmensziel war 100 Millionen, verrät Joachim Kuhn. Das dürfte in den nächsten fünf Jahren erreicht werden. Wie?

„Wir liefern weiter Top-Qualität und stellen unsere Kunden zufrieden.“

Joachim Kuhn

Und spätestens (Anm. d. Red.: wenn nicht gar jetzt schon) dann ist va-Q-tec die Top-Adresse in der Branche; wenn auch nicht die einzige, woraus der CEO aber ein neues Learning generiert:

„Wettbewerb ist nötig und gut. Auch Bayern München kann nicht allein in der Bundesliga spielen!“

Joachim Kuhn (schmunzelt)

Würdest du alles wieder genauso machen oder etwas ändern?

Das Wesentliche hätte er mit va-Q-tec richtig gemacht, sagt Joachim Kuhn, vielleicht wäre er manchmal nicht aggressiv genug in seinem Vorgehen gewesen und hätte sich dadurch einige Chancen entgehen lassen.
Gerne würde er mit einer Zeitmaschine ins Jahr 2001 zurückreisen, um sich selbst Fotos der Firma heute zu zeigen.

„Diesen Erfolg hätte ich damals nicht erwartet.“

Joachim Kuhn

„Würzburg ist ein super Standort, gerade mit Frankfurt als Vorort mit Flughafen. Durch die Uni kommen immer wieder neue Talente zu uns und es ist eine lebenswerte Gegend.“

Joachim Kuhn
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Rebecca Hümmer
Rebecca Hümmer betreibt seit 2015 die Agentur hümmer kommunikation in Würzburg. So kann sie sich selbst gut in alle Themen rund um das Gründen hineinfinden und darf regelmäßig hier auf Gründen@Würzburg bloggen.
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