#Fraugründet: k-BIM

Premiere unserer neuen Reihe über Frauen als Gründerinnen: Kirstin Bunsendal und ihr Start-up k-BIM.

Kaboom: k-BIM

Kirstin ist das „k“ im Titel Ihres Start-ups, „BIM“ steht für Building Information Modeling. Darin ist Kirstin Fachfrau und gibt Softwareschulungen sowie Workshops zur Strategieentwicklung für Digitalisierung und BIM in der Baubranche. BIM ist eine neue Technologie und Methode, um den Bauablauf zu organisieren. Damit lässt es sich besser planen, der Bauprozess wird dadurch schlank – lean – gemacht, am Ende wird Zeit und Budget eingespart.
Was bis hierher noch das Bild einer Kirstin mit gelbem Schutzhelm und großem Plan in der Hand auf der Baustelle evozierte, wird bei weiterem Eintauchen in die Materie abstrakter: Mit BIM werden diese Prozesse digitalisiert, wofür es verschiedene Softwareprogramme gibt. BIM, so erklärt Kirstin, könne man auch als neues CAD erklären. Mit ihm zeichne man nicht mehr in 2D am Bildschirm, sondern man modelliere in 3D inkl. Daten direkt an den Objekten.

„Ich mit k-BIM und meine Kooperationspartner sind definitiv ein wichtiger Baustein, um die Digitalisierung voranzubringen.“

Kirstin Bunsendal

Ein Beispiel: Die Strahlung eines Sendemasts auf einem Gebäude ist als Zeichnung viel weniger eingängig darzustellen, als in einem 3D-Modell. Damit kann anhand von CAD-Tools (computer added design) aus jeder Perspektive und in jede Richtung visuell dargestellt werden, wohin die Strahlung gelangt.

Power für den Bau …

… von einer Frau. Das ist nicht alltäglich. Kirstin wünscht sich des Öfteren mehr Kooperationspartnerinnen im Business. Bis auf zwei Frauen in ähnlichen Positionen wie der ihren, steht sie recht alleine auf weiter Flur.
Als studierte Architektin und ist sie nach dem Abschluss erst einmal sieben Jahre lang in Australien gelandet; zunächst nur mit einem Rucksack ausgestattet, nach Kurzem allerdings mit einem festen Job. Kein Problem für eine Powerfrau. Dort kam sie viel mehr in Kontakt mit digitalisierten Arbeitsprozessen, als in Deutschland. Ein Glück, ist Kirstin doch schon immer sehr tech-affin gewesen. Entsprechend war das Arbeitsfeld rund um Digitalisierung, Technik, Software in Australien sehr offen (auch gegenüber Frauen), während es sich hier in Deutschland nach Kirstins Erfahrung meist recht ablehnend zeigte; „technophob“ nennt sie es. Als Profi für BIM kam sie also zurück nach Deutschland, wo die Entwicklung gerade erst anfing. Nach mehreren Stationen in der freien Wirtschaft, hat sie sich mit ihrer Familie in Würzburg niedergelassen und ist seit 2017 Mieterin im TGZ Würzburg.

Allein unter Techies

Kirstin fühlt sich wohl im TGZ: es gibt einen Telefonservice, gemeinsame Frühstücke, Veranstaltungen usw.

„Die Jungs sind super freundlich, wir helfen uns gegenseitig. Ich werde hier als Frau nicht anders behandelt“,

obwohl sie eben eine der ganz wenigen Frauen im TGZ ist.

„Es ist schon auffällig, dass weniger Frauen in diesem Umfeld sind, die Entscheidungen treffen.“

Sie würde sich allerdings richtig darüber freuen. Denn auch, wenn sie sich nicht anders behandelt fühlt, sieht Kirstin im Dialog mit Frauen eine andere – ehrlichere und offenere – Ebene. Wenn es um Geld geht, wird es ihr sehr deutlich: Männer hielten mit konkreten Zahlen oft hinterm Berg, Frauen tauschten sich aus und profitierten umso mehr davon. Deswegen sei sie oft in Frauennetzwerken unterwegs („LUV it!“).
Seit Anfang des Jahres muss sie Aufträge ablehnen, weil sie einfach genug zu tun hat. Gerne würde Kirstin sich deswegen jemanden anlernen, vorzugsweise eine Frau, doch ist das in Würzburg und der Region bislang aussichtslos (wohlgemerkt wird sie auch unter Männern nicht fündig).

Kirstin Bunsendal, stolze k-BIM Gründerin

Dennoch baut k-BIM zur Zeit viele Ideen aus, obwohl Consulting ein „hartes Brot“ sei und immer, wie alle Businessmodelle, die sehr personenbezogen sind, irgendwann an Kapazitätsgrenzen stößt. Leichter wird das nicht, wenn Zuhause eine kleine Tochter wartet und wie so oft der Mann den „starren“ Vollzeitjob hat. Klar ist aber: Kirstin ist richtig gut im Geschäft. Als Freiberuflerin hat sie den Vorteil der freien Zeiteinteilung, den sie, wie so viele in einer ähnlichen familiären Situation, auch braucht; doch damit einher gehen die altbekannten Nachteile, denen Selbstständige und Freiberufler*Innen gegenüberstehen. In den meisten Fällen sind die Betroffenen Frauen.

#Fraugründet und wünscht sich …

Wünsche sind Träume von morgen. Ich lebe heute und arbeite daran die Zusammenarbeit mit meinen Kooperationspartnern weiter auszubauen.  Ich denke in Zeiten der Digitalisierung hat man zwei Möglichkeiten: man wird sehr groß oder man kooperiert. Mein Weg ist ein bisschen wachsen und ganz viel kooperieren.  

Kirstin Bunsendal

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Rebecca Hümmer
Rebecca Hümmer betreibt seit 2015 die Agentur hümmer kommunikation in Würzburg. So kann sie sich selbst gut in alle Themen rund um das Gründen hineinfinden und darf regelmäßig hier auf Gründen@Würzburg bloggen.
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