Die App fürs Handicap

Gewinner des Würzburg Accelerator Track-Pitch Battles, der Social Innovators Challenge der Uni Würzburg und innovativste soziale Idee Deutschlands im globalen Finale der Red Bull Basement Challenge; die Liste der Erfolge von HandicApp ist bereits lang, obwohl Janik Ehrhardt und Tobias Moritz momentan „erst“ im Stadium des Prototyps mit ihrem Start-up-to be sind.

Tobias und Janik arbeiten an ihren Laptops

Einmal Nicken für Netflix

HandicApp ist eine einzigartige Möglichkeit für Menschen, die aufgrund von Krankheit, Alter oder Behinderung körperlich eingeschränkt sind, ihren Alltag schneller und einfacher zu gestalten.

Die plattformunabhängige App ist in vier Felder aufgebaut, die es durch hohe Präzision und Genauigkeit des Machine Learning Algorithmus ermöglichen, allein mit Mimik und Bewegungen wie zum Beispiel Kopfdrehen, -neigen und Schließen der Augen navigieren zu können. So können die Benutzer*innen beispielsweise Freund*innen anrufen, ihre Lieblingsserie gucken oder Nachrichten schreiben, alles komplett barrierefrei. Dabei sind die gewöhnlichen Eingabemethoden per Touch- und Sprachsteuerung weiterhin möglich.

Durch Tobias und Janiks Idee können körperlich gehandicapte Menschen wieder mehr am gesellschaftlichen Leben partizipieren, unabhängiger werden und eigenständiger Entscheidungen treffen. Aber auch den Angehörigen und Pflegekräften wird dadurch sowohl ermöglicht die Betroffenen besser zu verstehen als auch Zeit gespart.

Die App ist aufgeteilt in meine Kontakte, Tastatur, meine Bedürfnisse und meine Freizeit

Praxiserprobt

Auf die geniale Idee, eine App für Menschen mit Handicap zu entwickeln, kamen quasi beide. Tobias hat in seiner Bachelorarbeit in Wirtschaftsinformatik die zugrundeliegende Technik für mobile Endgeräte entwickelt. Er ist momentan auch Vollzeit im Projekt HandicApp eingebunden. Als Janik davon hörte, machte er den gedanklichen Sprung, mit der Technik körperlich eingeschränkten Menschen zu helfen. So sind sie an Christian gekommen, der in seiner Physis sehr eingeschränkt ist, de facto nur den Kopf bewegen und auch nicht sprechen kann.

„Man kann sich kaum vorstellen, wie jemand so begeistert sein kann!“

Janik Ehrhardt

Mit Christian zusammen arbeiten sie nun an den weiteren Funktionen der App. Denn beim Prototyp gibt es bereits eine funktionierende Steuerung; manch konkrete Funktionalität, für die eine Schnittstelle benötigt wird, steht aber noch aus.

Auf Erfolgskurs noch vor dem Launch

Nun bleibt das HandicApp-Team vorerst im Cube, Gründerlabor des ZDI Mainfranken am Hubland, da sie mit der Pitch Battle schließlich drei mietfreie Monate dort gewonnen haben – schon davor, im Dezember 2020, sind sie dort im Rahmen des Accelerator Tracks eingezogen und haben auch vor, dort zu bleiben.

„Dort ist es viel produktiver als im Homeoffice.“

Nun gilt es, mithilfe von Gerhard Frank vom IGZ Würzburg und Christian Andersen vom ZDI Mainfranken einen Antrag auf ein EXIST-Gründerstipendium zu stellen. Sollte das durchgehen, wird direkt danach gegründet. Eigentlich müssten die beiden bei einem so steilen Erfolgskurs doch recht zufrieden sein. Es fehlt ihnen auch nicht viel: Ein Sponsor wäre nett und bei Begeisterung für das Thema und die Anwendung ein weiteres engagiertes Teammitglied.

Vielleicht werden Janik und Tobias noch Großes bewirken mit HandicApp, wir würden uns freuen.

Noch mehr Infos zur App erfahrt ihr in diesem Video:

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Rebecca Hümmer
Rebecca Hümmer betreibt seit 2015 die Agentur hümmer kommunikation in Würzburg. So kann sie sich selbst gut in alle Themen rund um das Gründen hineinfinden und darf regelmäßig hier auf Gründen@Würzburg bloggen.
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