Vorläufiges Corona-Resümee aus den Gründerzentren in Würzburg

Die Gründerzentren in Würzburg bieten vieles für Start-ups, einen großen Teil machen dabei individuelle Beratung, Veranstaltungen zu wichtigen Themenkomplexen und günstige Räumlichkeiten zur Miete aus.

Bevor Corona alles auf den Kopf gestellt hat wurden Beratungen und Seminare vor Ort abgehalten. Wie ging es nun seit März weiter für Gründerinnen, Gründer und Beratende im ZDI Mainfranken, im IGZ Würzburg und im TGZ Würzburg? Hat sich außerdem die Situation der eingemieteten Start-ups verändert?

Durchhaltevermögen im IGZ

Beratung hinsichtlich Fördermittel sei für Gründer einfach immer Thema, auch in Corona-Zeiten, resümiert Dr. Gerhard Frank, Projektleiter IGZ Würzburg. Die Beratung haben sie dort, wie in den anderen Gründerzentren auch, eben online durchgeführt. Auch die Coachings, die in Zusammenarbeit mit BayStartUP durchgeführt werden, gingen und gehen noch virtuell über die Bühne.

Logo IGZ | Gründen@Würzburg

„Toitoitoi – bis jetzt haben sich alle gut durchgehangelt.“

Dr. Gerhard Frank, Projektleiter IGZ Würzburg

Einen kleinen Nachteil sieht Gerhard Frank allerdings schon: Einige wenige Kontakte schlafen ein, da die effizient gestalteten Online-Meetings nicht den Smalltalk und das Chitchat ersetzen können, was es eben bei Live-Events gibt. Manchmal denkt man an eine Person gar nicht und plötzlich steht sie vor einem, ein lockeres Gespräch beginnt; das ist in einem Online-Treffen kaum möglich.

Die Mieter im IGZ haben alles gut überstanden, niemand hat gekündigt; einige Projekte wurden zwar vielleicht verzögert oder gar gestoppt, im Großen und Ganzen hätten sich aber alle, so Gerhard Frank, gut geschlagen. Trotzdem denkt er jetzt schon an eventuell eintretende lang- oder mittelfristige Folgen aufgrund von länger anhaltend verminderten Umsätzen o. ä.

„Durchhalten ist eine Sache, wirtschaftlich aufstocken die andere.“

Dr. Gerhard Frank, Projektleiter IGZ Würzburg

Flexibilität im ZDI

Eine ähnlich positive Bilanz zieht Mario Kossner vom ZDI Mainfranken: Seminare und Veranstaltungen wurden – soweit möglich – auf online umgestellt, die Beratung ebenso. Die nächsten Online-Seminare und -Veranstaltungen stehen bereits, darunter am am 7.7. das „Meetup – Smart City Würzburg #Bürgerbeteiligung“.

Das vom ZDI organisierte Gründerfrühstück wurde ebenso in den virtuellen Raum verlegt und dabei die Chance genutzt, es als „Digitales Gründerfrühstück“ noch zu erweitern.

„Zuvor haben wir die Gründerszene in Würzburg vernetzt. Online holten wir noch Gründerzentren und ihr Netzwerk aus zum Beispiel Aschaffenburg, Lohr und Bamberg dazu.“

Mario Kossner, ZDI Mainfranken

Besondere Flexibilität war von den ZDI-lern beim Start bzw. verschobenen Start des Programms „Würzburg Accelerator“ gefragt. Zehn Teams hatten sich mit Ideen für digitale Start-ups beworben, nur vier davon wären vor Corona im Rahmen des Programms am ZDI angenommen worden. Unter den veränderten Umständen jedoch wurden alle zehn kurzerhand online gecoacht und konnten so auch in der Krise ihre Geschäftsideen weiterentwickeln. Übrigens beginnt hier bald wieder die Bewerbungsphase – wir werden euch auf dieser Seite und auf unseren Social Channels mit Infos versorgen. Einen besonderen Bonus stellt Mario noch heraus:

„Wir haben *coronafest* geplant: Jeder Workshop mit unseren ZDI-Coaches ist auf jeden Fall online durchführbar!“

Mario Kossner, ZDI Mainfranken

Anpassungsfähigkeit im TGZ

Am TGZ beurteilt Netzwerkmanagerin Katharina Marquart die Lage ebenfalls als „insgesamt erfreulich“. Tatsächlich gab es hier Mieter, die ihre Räume vorsorglich gekündigt hatten, weil es für sie schwierig war, die Situation einzuschätzen (Stichwort Kinderbetreuung, internationale Beziehungen mit stark betroffenen Ländern etc.), doch kehren sie nun wieder zurück. Es gäbe sogar neue Mietanfragen und Büroflächenerweiterungen aufgrund von neuen Beschäftigungsverhältnissen. Über ihre Projekte berichten viele Mieter, dass es stetig voranginge, wenn auch an der ein oder anderen Stelle mit etwas geringerem Tempo als zu „normalen“ Zeiten.

Auch am TGZ ist die Kommunikation über Online-Tools zum Alltag geworden, das digitale Seminarprogramm wird gut angenommen (nächstes Seminar: Der rechtliche Webführerschein). Aktuell laufen die Planungen für das Veranstaltungsprogramm im Wintersemester 2020/21 und auch hier dürfen sich die Gründerinnen und Gründer weiterhin auf spannende Online-Seminare freuen.

„In Zukunft wollen wir uns verstärkt die Vorteile der Digitalisierung zunutze machen und das Online-Element noch mehr ausbauen, da dies einen tollen Mehrwert für unsere Start-ups bietet.“

Katharina Marquart, Netzwerkmanagerin TGZ

Die Gründerzentren verstehen sich als Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung und möchten insbesondere in schwierigen Zeiten den Start-ups bestmögliche Unterstützung bieten. Aus diesem Grund wurde während des Lockdowns unter anderem ein Überblick über die wichtigsten Anlaufstellen und Kontaktdaten der Region zusammengestellt, der auf den Websites zum Download bereitstand. Per E-Mail wurden die Mieter des Weiteren regelmäßig mit hilfreichen Informationen, z. B. zu den Förderprogrammen versorgt. Auch Beratungen wurden auf digitalem Weg oder telefonisch angeboten.

Alle erwähnten und noch mehr Veranstaltungen findet ihr hier: http://gruenderzentren-wuerzburg.de/gruenderzentren/index.html

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Rebecca Hümmer
Rebecca Hümmer betreibt seit 2015 die Agentur hümmer kommunikation in Würzburg. So kann sie sich selbst gut in alle Themen rund um das Gründen hineinfinden und darf regelmäßig hier auf Gründen@Würzburg bloggen.
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